Antirutschbeläge richtig verwenden

Antirutsch-TreppenkantenprofilStolpern, Ausrutschen und Stürzen zählen zu den häufigsten Unfallursachen in Betrieben. Nahezu jeder dritte meldepflichtige Arbeitsunfall (Statistik zum Arbeitsunfallgeschehen der DGUV 2013) ist auf die sogenannten SRS-Unfälle (Stolpern, Rutschen, Stürzen)zurückzuführen. Rund ein Viertel aller Arbeitsunfälle entstehen durch rutschige Untergründe, wie Wasser oder Öl verschmutzte Fußböden.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat die Problematik erkannt und Maßnahmen zur Verhinderung von Arbeitsunfällen in der im Februar 2013 veröffentlichten ASR A1.5/1,2 niedergeschrieben. Laut dieser Arbeitsstättenregel sind Rutsch- und Stolpergefahren durch entsprechende Schutzmaßnahmen zu verhindern.

Was sind Antirutschbeläge?

Antirutschbeläge sind Bodenbeläge mit rutschhemmenden Eigenschaften. Sie eignen sich besonders als Prävention vor Stolper- oder Rutschunfällen.

Die Beläge werden auf ihre Rutschhemmung geprüft und je nach Anforderung in sogenannte R-Gruppen eingeteilt, wobei die R-Gruppe 9 den geringsten und die R-Gruppe 13 den höchsten Anforderungen entspricht.

Antirutschbeläge sind schnell und einfach verlegt. Es gibt sie in vielen verschiedenen Varianten (z.B. als Formteile oder auf Rolle, verschiedenen Farben, lang nachleuchtend, verformbar, etc.), so dass für jeden Betrieb, jeden Raum und jede Situation eine passende Option dabei ist.

So verlegen Sie richtig

  • Untergrund sorgfältig säubern (gegebenenfalls mit Industrie-Reiniger)
  • Trägerfolie vom Formteil oder zurechtgeschnittenen Abschnitt entfernen
  • Antirutschbelag mit einer Profilandruckrolle verkleben

Weitere Tipps:

  • Fugen nicht überkleben und Ecken abrunden
  • Außen- und Oberflächentemperatur mindestens +12°C
  • Oberfläche muss trocken und fest sein
  • bei Holz, Beton, Asphalt und anderen rauen Oberflächen empfiehlt sich ein Haftgrund (Kleber) aufzutragen
  • für unebene Untergründe (Bsp. Riffelblech) verformbare Ausführung verwenden

Der Belag ist nach der Verklebung sofort begehbar. Die Haftung verstärkt sich aber in den folgenden 72 Stunden deutlich.

Tipp zur Entfernung: Belag mit Heißluftgerät (150°C) erwärmen und mit einem Spachtel entfernen.

Rund um die Prävention von Stolper- und Rutschunfällen

Stolper- und Rutschgefahrstellen lassen sich auch mit anderen Hilfsmitteln beheben. Beispielsweise mit Antirutschmatten, die nicht verklebt werden, oder mit Kabelbrücken. Im Berufsalltag lassen sich aber nicht immer alle Gefahrenstellen beheben. An diesen Stellen, schreibt die ASR vor, muss entsprechend gekennzeichnet werden.

Diese Kennzeichnung kann mit Bodenmarkierungen (Markierfarben, Markierbändern und Bodenleitsystemen), mit festen oder flexiblen Aufstellern oder mit Beschilderung (wie Hinweisschilder, Anweisungen, Verbots-, Gebots und Warnzeichen) erreicht werden.

Weitere Informationen finden Sie hier:

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