Demografischer Wandel – wie fit sind Ihre Mitarbeiter 2020?

Was hat Demografie mit Arbeitsschutz zu tun?

Sehr viel! In diesem Jahr begann die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf am Ende 67 Jahre.  Das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland altert und wird weniger. Immer mehr ältere Arbeitnehmer arbeiten immer länger, auch wenn bisher nur ein geringer Anteil tatsächlich bis zum eigentlichen Renteneintrittsalter arbeitet.

Zwei wichtige Faktoren bestimmen diesen Wandel: Zum einen steigt die Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung, zum anderen sinken beziehungsweise stagnieren die Geburtenraten. Für die Gesellschaft ergeben sich daraus zahlreiche Aufgaben – im Bildungssektor zum Beispiel. Aber auch für die Wirtschaft ist die Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen eine immense Herausforderung. Dabei gibt es für Unternehmen viele Handlungsfelder, um ihre Personalpolitik auf diese Entwicklung auszurichten. Die Arbeitssicherheit ist eines davon.

Der Anteil der älteren Arbeitskräfte im Alter von 50 bis 64 Jahren wird von 25,8 Prozent auf 35,3 Prozent im Jahr 2020 steigen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der jüngeren Erwerbstätigen unter 30 Jahren ab. Das Ergebnis: Die Altersentwicklung bleibt für die wirtschaftliche Entwicklung nicht ohne Folgen. Der demografische Wandel verschärft das Problem des Mangels an gut ausgebildeten Nachwuchskräften! Unternehmen werden es sich nicht mehr leisten können, auf ältere Mitarbeiter zu verzichten.

Erfahrung und Qualifikation – wichtige Erfolgsfaktoren für Unternehmen!

Künftig werden nicht mehr nur “harte” Standortfaktoren über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen entscheiden. Die “weichen” Faktoren, wie Wissenstransfer, Know-how und Führungskultur, gewinnen an Bedeutung. Mit einer zukunftsorientierten und demografiesicheren Personalpolitik werden die Weichen richtig gestellt: Unternehmerischer Erfolg basiert künftig stärker denn je auf klugen Köpfen, wobei das Alter immer weniger eine Rolle spielt. Durch ihre Erfahrungen und Qualifikationen bringen ältere Arbeitnehmer Unternehmen  weiter voran. In nicht mehr allzu ferner Zukunft wird die Nachfrage nach solchen Mitarbeitern steigen. Für Unternehmen gilt es, sich deutlich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren, mit den Zielen, Nachwuchskräfte zu rekrutieren und vor allem hoch qualifizierte Leistungsträger möglichst lange an das eigene Unternehmen zu binden.

Älteren Mitarbeitern gegenüber gibt es fälschlicherweise oft Vorurteile: sie gelten als körperlich und geistig nicht mehr voll leistungsfähig, weniger motiviert und weniger leistungsfähig als Jüngere. Darüber hinaus unterstellt man Ihnen, konservativ an alten Gewohnheiten festzuhalten und Veränderungen und Neuerungen abzulehnen. Dabei ist dieses so genannte Defizitmodell Studien zufolge wissenschaftlich nicht tragfähig. Statt einseitig zu betrachten, was ältere Arbeitnehmer nicht mehr leisten können, ist vielmehr notwendig, auf die veränderten Fähigkeiten der Altersgruppe einzugehen und diese gezielt zu fördern. Welche Fähigkeiten sich im Alter verändern, zeigt diese Übersicht:

Abnehmende Fähigkeiten
  • körperliche Leistungsfähigkeit
  • Lernfähigkeit (Frage des Trainings)
  • Flexibilität
  • Reaktionsfähigkeit
Keine wesentlichen Veränderungen
  • Intelligenz
  • zielorientiertes planvolles Handeln
  • Systemdenken
  • Kreativität
  • Kooperationsfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
Verbesserte Fähigkeiten
  • betriebsspezifisches Wissen
  • Besonnenheit
  • Betriebstreue
  • Urteilsfähigkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Arbeitssorgfalt
  • Verantwortungsbewusstsein

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