Erfolgsfaktor Gesundheitsmanagement

Wesentliche Voraussetzung für ein erfolgreiches Unternehmen ist eine gesunde Belegschaft. Gesundheitsprävention und ergonomische Arbeitsplatzgestaltung sind wichtige Handlungsfelder, um Mitarbeiter auf eine längere Lebensarbeitszeit vorzubereiten. Der betriebliche Nutzen von gutem Gesundheitsmanagement liegt auf der Hand: Zum einen reduziert sich die Krankenquote – mögliche Produktivitätsrisiken verringern sich. Zum andern wird durch physisches und psychisches Wohlbefinden die Leistungsbereitschaft positiv beeinflusst.

Von Fitnessangeboten, Ernährungsinformationen bis hin zur Arbeitsplatzgestaltung gibt es eine große Bandbreite an möglichen Maßnahmen für gezieltes Gesundheitsmanagement. Im IGA-Report 20 gaben in einer Befragung unter 500 unterschiedlicher großen Unternehmen 36 % der Betriebe an, bereits ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) einzusetzen.

Entscheidet sich ein Unternehmen dazu, Gesundheitsprävention zu initiieren, müssen folgende Fragen geklärt werden:

  1. Welche Maßnahmen müssen eingesetzt werden, um körperliche, vor allem einseitige Belastungen zu reduzieren?
  2. Benutzen Mitarbeiter, die an Arbeitsplätzen mit Gefährdungspotenzial tätig sind, geeignete persönliche Schutzausrüstung?
  3. Welche Instrumente gibt es, um arbeitsbedingte Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu beheben?
  4. An welchen Arbeitsplätzen gibt es besonders häufig krankheitsbedingte Fehlzeiten? Durch welche Maßnahmen können diese reduziert werden?
  5. Welche Schritte sind erforderlich, um Mitarbeiter mit Leistungseinschränkungen sinnvoll zu (re-)integrieren?

Bei der Beantwortung dieser Fragen helfen neben der regelmäßigen Gefährdungsanalyse ggf. auch weitere  Instrumente wie z.B. der Work Ability Index, abgekürzt WAI (dt. Arbeitsfähigkeitsindex – ABI).

Tipps für die ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen

Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) gelten mittlerweile schon als “Volkskrankheit”. Diese Art der Erkrankungen – resultierend aus beruflichen Tätigkeiten – verursachen die höchsten direkten (durch Krankheitsbehandlung) und indirekten Kosten (aufgrund von Produktivitätsausfall durch Arbeitsunfähigkeit). Im Jahr 2010 verursachten Muskel-Skelett-Erkrankungen Produktionsausfallkosten in Höhe von 9,1 Milliarden Euro (von insgesamt 39,2 Milliarden Euro).

Insbesondere im verarbeitenden Gewerbe muss der Einsatz älterer Mitarbeiter für sich oft wiederholende, kurzzyklische Tätigkeiten überprüft werden. Für solche Arbeiten gibt es einige Empfehlungen betreffend einer ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung:

Empfehlungen zur Arbeitsentlastung Begründungen
Keine lang andauernde Zwangshaltung Zwangshaltungen bedingen statischen Muskeleinsatz. Ältere können den Körper nicht so gut über lange Zeit in ungünstigen Haltungen stabilisieren.
Regelmäßigen Wechsel der Körperhaltung anstreben Wechsel der Körperhaltungen führen zu Erholungseffekten in der gerade beanspruchten Muskulatur.
Schweres Heben und Tragen, Ziehen und Schieben vermeiden oder einschränken Wegen geringerer Muskelkräfte und Beschwerden in den Gelenken wird Lastenmanipulation weniger gut ertragen. Unfälle werden wahrscheinlicher.
Abverlangte Arbeitsgeschwindigkeit senken Die neuromuskuläre Koordination und die Umstellungsfähigkeit auf schnell wechselnde Arbeitsinhalte sind schlechter.
Statische Haltearbeit vermindern Wegen geringerer Muskelkräfte und Beschwerden in den Gelenken wird statische Haltearbeit weniger gut ertragen.
Kroschke-Tipp: Erleichtern Sie Arbeiten an Steharbeitsplätze mit ergonomischen Bodenbelägen – gegen das Ermüden der Bein- und Rückenmuskulatur.
Hohe Arbeitsenergieumsätze senken Die kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit nimmt mit dem Alter ab.
Höheres Körpergewicht älterer Mitarbeiter berücksichtigen Höheres Körpergewicht erhöht den Platzbedarf und senkt die Wendigkeit, vor allem in engen Arbeitsräumen.
Lärmbelastung vermindern Ältere Mitarbeiter leiden wegen möglicher Lärmschwerhörigkeit stärker unter Lärm.
Hitzebelastung vermeiden Hitze und gleichzeitige körperliche Belastung können schlechter ertragen werden.
Beleuchtungsstärke erhöhen, Blendgefahr verringern Durch nachlassende Sehschärfe benötigt der ältere Mitarbeiter für die Sehleistung bessere Sehbedingungen.
Schichtarbeit vermeiden Schichtarbeit wirkt sich negativ auf fast alle Stoffwechselerkrankungen aus. Da ältere Mitarbeiter oft schon z. B. (wiederkehrende) Magen-Darm-Erkrankungen hatten oder unter Diabetes leiden, würden die Folgewirkungen der Schichtarbeit die gesundheitlichen Beschwerden noch verstärken. Daneben akzeptiert der Organismus des Älteren schlechter die Unregelmäßigkeiten im Schlaf-Wach-Rhythmus, die Schichtarbeit nun einmal mit sich bringen. Insbesondere wird der Schlaf Älterer durch Wechselschicht mit Nachtschicht sehr stark gestört.
Vorbeugung von Sturzunfällen Das Unfallrisiko und das Lebensalter stehen in keinem eindeutigen Zusammenhang. Allerdings ist das Sturzrisiko Älterer höher. Dem sollte man mit der Vermeidung von Bodenunebenheiten und der sicherheitsgerechten Verlegung von Kabeln und Leitungen auf dem Boden begegnen. Daneben ist vor allem bei älteren Frauen – bedingt durch Osteoporose – das Risiko von Knochenbrüchen bei Sturzunfällen erhöht.

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