Leitern und Tritte: sicherer Halt auf dem Weg nach oben

In der Eile mal schnell was vom Regal gehoben, die Glühbirne ausgetauscht oder den Türrahmen neben der Treppe gestrichen: Wenn es schnell gehen soll, wird der Umgang mit Leitern und Tritten oft unüberlegt nebenher getätigt und man verfällt leicht in Routinearbeit. Warum  auch nicht, passiert ist einem selbst ja noch nie etwas. Schnell werden dann Sicherheitsanweisungen auf die leichte Schulter genommen. Jedoch sind gerade das Situationen, in denen die meisten Unfälle passieren. 24.616 gemeldete Arbeitsunfälle mit Leitern finden sich in der Statistik zum Arbeitsunfallgeschehen der Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) für das Jahr 2012. Die Hälfte der Leiterunfälle führt zum Absturz, oft mit schwerwiegenden Folgen.

Unachtsamkeiten beim Gebrauch, aber auch Manipulation oder Mängel an den Arbeitsmitteln sind  die häufigsten Gründe für diese Art von Unfällen. Auch ungeeignete Hilfen zum Aufstieg wie z.B. Treppen, Kisten oder Stühle bieten nur einen unsicheren Halt und führen schnell zum Sturz.

Sichere Arbeitsmittel durch regelmäßige Prüfungen

Nach der Betriebssicherheitsverordnung und der DGUV Information 208 – 016 (ehemalige BGI 694)  sind Leitern und Tritte regelmäßig durch eine befähigte Person auf ihren ordnungsgemäßen Zustand zu überprüfen. Die Häufigkeit der Prüfungen richtet sich dabei nach den Betriebsverhältnissen, was bei entsprechender Nutzung und Beanspruchung eine wöchentliche oder sogar tägliche Prüfung bedeuten kann.Wichtiger Bestandteil der Prüfung ist die Dokumentation. Dabei empfiehlt sich zum einen die systematische Erfassung aller Leitern im Betrieb und der Nachweis der Prüfungen in einem Leiterprüfbuch, zum anderen gibt die sichtbare Dokumentation durch eine gut lesbare Leitergebrauchsanweisung und eine Prüfplakette an der Leiter auch dem Anwender die nötige Sicherheit. Diese sollte den Nutzern auch in den regelmäßigen Unterweisungen im Umgang mit Leitern und Tritten vermittelt werden.

Praxistipps zur richtigen Nutzung von Leitern und Tritten:

  • Vor  jedem Gebrauch sollte der Nutzer die Leiter auf Mängel überprüfen, beispielweise ob Sprossen und Holmen unbeschädigt sind.
  • Rutschfeste Schuhe mit niedrigem Absatz tragen.
  • Auf die Ausstattung mit einer Leitergebrauchsanweisung und auf die Zeichen “CE“ und “ GS“ achten, sowie das DGUV-Testzeichen achten.
  • Einen festen und rutschfreien Untergrund unter der Leiter schaffen.
  • Die Leiter sollte standfest sein und einen trittsicheren Halt geben, besonders auf der obersten Stehfläche.
  • Eine feste Spannung der Spannketten – und Gurte mit den Holmen und Sprossen muss bestehen.
  • Es sollte je nach auszuführender Arbeit die passende Leiter nach ihrer Bauart genutzt werden. Abhängig von Traglast, Höhe und Dauer sollte entschieden werden, ob eine Anlegeleiter, eine Stehleiter oder doch ein Gerüst verwendet wird.
  • Für einen festen Halt ist ein Winkel von 65° – 75° bei einer Anlegeleiter richtig, um bei voller Belastung nicht umzukippen oder wegzurutschen.
  • Vermeiden Sie den Transport  von schweren Gewichten, so dass es  zu keinem hohen Kraftaufwand auf den Sprossen kommt. Gute Alternativen ab einer bestimmten Traglast sind beispielsweise auch ein Gerüst, ein Flurförderzeug oder ein Gabelstapler.
  • Beschädigte Leitern kennzeichnen und sofort aus dem Verkehr ziehen, so dass sie nicht benutzt werden können.

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