Mehr Arbeitsunfälle nach der Umstellung auf die Sommerzeit?

ZeitumstellungAm Sonntag, den 30.03.2014 um 2:00 Uhr, wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Damit ist die Winterzeit vorbei und es beginnt die Sommerzeit.

Bevor wir die Titelfrage klären, werfen wir einen Blick zurück, um zu verstehen, weswegen Sommer- und Winterzeit eingeführt wurden. Eingeführt wurde die Zeitumstellung 1916 im damaligen Deutschen Reich und Österreich – Ungarn. Ziel war es, durch die Zeitverschiebung die Tageslichtperiode für die Menschen zu vergrößern. 1977 wurde die Regelung in der gesamten Europäischen Gemeinschaft übernommen. Viel mehr wurden nun aber ökonomische Interessen verfolgt, wie Energieeinsparungen oder die Erhöhung der Produktivität. Heutigen Studien zufolge tritt dieser Effekt aber nicht ein: Es wird im Gegenteil sogar noch mehr Energie verbraucht. In den Morgenstunden wird mehr geheizt, was durch das eingesparte Licht in den Abendstunden nicht kompensiert werden kann.

Aus heutiger Sicht wurde damals zu kurz gedacht. Der Mensch stellt heutzutage nicht mehr nur einen Produktionsfaktor dar, sondern muss in der Gesamtheit betrachtet werden. Die Zeitumstellung hat weitreichende Folgen für den menschlichen Hormonhaushalt und es kommt zu stressähnlichen Erscheinungen. Die vollständige Anpassung kann bis zu viereinhalb Monate dauern. An die Rückstellung im Herbst gewöhnt man sich allerdings in nur zwei Wochen.

Unsere innere Uhr gerät in Schieflage und es wird immer noch Melatonin (Schlafhormon, reguliert unseren Tag-Nacht Rhythmus) ausgeschüttet. Je mehr Melatonin ausgeschüttet wird, desto müder sind wir.  Wenn es 7:00 Uhr ist,  ist unsere innere Uhr noch auf 6:00 Uhr eingestellt.

Dadurch entstehen vor allem Symptome wie Müdigkeit, depressive Verstimmungen und Konzentrationsschwäche. Wenn wir diese Symptome in Zusammenhang mit unserer beruflichen Tätigkeit bringen, stellen wir fest, dass sich erhebliche Risikopotenziale ergeben können: beim  unkonzentrierten Umgang mit gefährlichen Maschinen oder Stoffen aber auch ein paar falsche Klicks bei der Arbeit am Computer können fatale Folgen haben.

Versuchen Sie an den ersten Tagen der Umstellung besonders auf sich Acht zu geben. Trinken Sie ausreichend Wasser, ernähren Sie sich gesund und vitaminreich, um Körper und Seele fit zu halten. Ihren Kreislauf können Sie morgens mit Wechselduschen (Kalt – Warm) in Schwung bringen. Während der Arbeit kann ein Spaziergang an der frischen Luft in den Pausen Wunder wirken, insbesondere wenn Sie den ganzen Tag vor dem Computer sitzen. Sollte es draußen eher stürmisch zugehen, finden Sie z.B. bei der Techniker Krankenkasse Übungen für das Büro. Mit diesen Tipps sollten Sie die Tage meistern können.

In den Betrieben ist es sinnvoll mögliche Stolperfallen zu entschärfen und verwitterte Hinweisschilder oder Sicherheitskennzeichen auszutauschen.

Zurück zur Ausgangsfrage: Gibt es wirklich mehr Arbeitsunfälle nach der Zeitumstellung? Leider gibt es keine Statistik zu der Frage, ob die Anzahl der Arbeitsunfälle steigt oder unbeeinflusst bleibt. Bei den Verkehrsunfällen hat der ACE Auto Club Europa festgestellt, dass die Unfallzahlen in der Woche nach der Zeitumstellung in der letzten Jahren regelmäßig höher lagen als in der Woche davor.

Dies kann durchaus in Relation mit der Zeitumstellung stehen. Daher kann diese Frage zwar nicht ganz geklärt werden, allerdings ist es durchaus wahrscheinlich, dass es ähnlich wie bei den Verkehrsunfällen zu mehr Arbeitsunfällen kommt.

 

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