Wer hat Angst vor dem Defibrillator? Niemand!

Angst zu helfen? In einer Notfallsituation Erste Hilfe zu leisten, ist nüchtern betrachtet schlicht Pflicht (z.B. bei einem Verkehrsunfall, siehe § 34 StVO). Alles andere ist unterlassene Hilfeleistung, die der Staat strafrechtlich (§ 323c StGB) sanktioniert. Nichtsdestotrotz fällt es vielen schwer, in einer entsprechenden Situation einzugreifen. Die Gründe dafür sind menschlich und recht vielfältig. So haben nur Teile der Bevölkerung  überhaupt jemals eine Ausbildung in Erster Hilfe genossen, und wenn liegt diese bei vielen schon Jahre zurück. Im Rahmen des Führerscheinerwerbs ist die Ausbildung Vorschrift und auch wer eine Pilotenlizenz erwerben möchte, muss sich in Erster Hilfe ausbilden lassen. Daneben gibt es noch betriebliche Ersthelfer, die regelmäßig fort- und weitergebildet werden. Das ist dann aber auch schon das Ende der Fahnenstange.

Viele Menschen, ob mit oder ohne absolviertem Erste-Hilfe-Kurs, haben Angst, bei der Hilfe Fehler zu machen oder sich zu blamieren, da sie die Situation falsch einschätzen und nicht als Notfall bewerten (so genannter Zuschauereffekt). Je größer die Zahl der zuschauenden, anderen Anwesenden desto kleiner wird übrigens die Bereitschaft zu helfen, da der Einzelne auf das Kollektiv vertraut. Blöd nur, wenn das jeder tut – ein Teufelskreis.

Angst vorm Defibrillator? Der plötzliche Herztod ist für über 100.000 Todesfälle im Jahr verantwortlich. Besonders tückisch: Es kann jeden treffen und im Notfall bleibt extrem wenig Zeit, so dass sofort gehandelt werden muss.

Wer bisher im Rahmen seines Erste-Hilfe-Trainings Probleme bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung hatte (Wie oft beatmen? Wo genau drücken?) wird sich vielleicht denken, dass er auch in keinem Fall einen Defibrillator bedienen könnte. Schließlich kennt man diese Art der Wiederbelebung aus dem Fernsehen (vom General Hospital bis zu Dr. House) und da sieht das immer sehr gefährlich und spektakulär aus. Doch weit gefehlt! Die Bedienkonzepte der Hersteller sind so simpel ausgelegt, dass selbst Laien ohne Training die Geräte sinnvoll, sicher und vollkommen gefahrlos einsetzen können. Die Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED) führen den Helfer nach dem Einschalten akustisch durch die notwendigen, auszuführenden Tätigkeiten: Von der Anbringung der Elektroden, der vollautomatischen Analyse des Herzrhythmus bis zum lebensrettenden Elektroschock und der Herz-Lungen-Wiederbelebung übernehmen die Geräte die Führung. Gibt es also einen Grund, im Notfall zu denken, dass jemand anderes besser helfen könnte als Sie selbst? Nein, natürlich nicht. Sie hoffen im Notfall ja auch auf den Rettungsengel, der den Mut hat, Ihnen zu helfen. Also: Seien Sie der mutige Rettungsengel!

definetz.deWo findet man im Notfall einen Defibrillator, wenn so wenig Zeit bleibt? Flughäfen, Bahnhöfe, Einkaufszentren, Unternehmen – letztens habe ich auch auf der Toilette einer Autobahnraststätte einen entdeckt. Der Frage widmet sich der gemeinnützige Verein definetz e.V. im Kampf gegen den plötzlichen Herztod unter dem Leitsatz ‚Ganz gleich, wo jemand getroffen wird, ein Defi muss in der Nähe sein‘. Der Verein hat dazu ein umfangreiches Kataster erstellt, das permanent gepflegt wird und über 20.000 Gerätestandorte enthält, davon gut 16.500 in Deutschland. Ziel ist es, möglichst alle Defibrillatoren in das Verzeichnis aufzunehmen. Die Daten lassen sich über die Webseite des Vereins unter www.definetz.de und www.defikataster.de in einer Kartenansicht und auch mit Standortsuche abrufen. Für unterwegs bietet die kostenlose App Defikataster die entsprechenden Informationen für Apple-Geräte und Smartphones mit Googles Betriebssystem Android. Tipp: Wenn Sie den Standort eines Defis kennen, der im Kataster nicht verzeichnet ist, melden Sie ihn über die Webseite.

Anwendung eines DefibrillatorsDefibrillatoren als sinnvolle Ergänzung der betrieblichen Erste-Hilfe-Ausstattung Die ASR A4.3 nennt unter Punkt 6.2 in Abhängigkeit von der Gefährdungsbeurteilung AEDs als geeignete Mittel zur Ersten Hilfe. Die Anschaffung eines AED wird unter Umständen gefördert, z.B. von Städten und Landkreisen, so wie hier beim Landkreis Verden. Nach der Anschaffung eines Gerätes muss in jedem Fall die Inbetriebnahme und Ersteinweisung durch eine vom Hersteller autorisierte Person erfolgen. Wichtig ist auch die Ernennung eines verantwortlichen Gerätebeauftragten und die Qualifizierung (alle 2 Jahre im Rahmen der Erste-Hilfe-Ausbildung) und regelmäßige (jährliche) Unterweisung aller Ersthelfer im Umgang mit dem AED. Denn auch wenn die Bedienung noch so einfach ist: regelmäßiges Training sorgt für noch mehr Sicherheit. Grundsätzlich sollten alle Mitarbeiter wissen, dass ein AED im Unternehmen vorhanden ist und wo er sich befindet. Der Standort eines AED sollte im Unternehmen möglichst zentral liegen und gut erreichbar sein. Auffällig und richtig gekennzeichnet wird er besser wahrgenommen. AEDs sind in der Regel wartungsfrei. Die Batterien halten mindestens 4 Jahre (je nach Hersteller). Einzig die Elektrodenpads müssen regelmäßig (meist alle 2 Jahre) ausgetauscht werde, um zu gewährleisten, dass sie im Notfall auch richtig kleben. Weiterführende Informationen finden Sie in der DGUV Information 204-010 (ehem. BGI/GUV-I 5163).

Defibrillatoren im Kroschke-Shop Wir bieten die Geräte HeartStart HS1 und HeartStart FRx vom Weltmarktführer Philips an. Vom einzelnen Gerät, über praktische Vorteilssets mit Aufbewahrungslösung über das nötige Zubehör bis hin zur Inbetriebnahme und Ersteinweisung durch unseren Partner bieten wir Ihnen eine Rundum-Versorgung an. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

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