Wie groß ist die Ebola-Gefahr?

von Photo Credit: Cynthia Goldsmith Content Providers(s): CDC/ Cynthia Goldsmith [Public domain], via Wikimedia CommonsDie Gesundheitsbehörden vieler westlicher Industriestaaten müssen sich angesichts ihres Umgangs mit dem Ebola-Virus derzeit viel Kritik aus den Medien anhören. Auf der einen Seite warnte gestern Zeit Online vor einer verharmlosenden Ruhigstellung der deutschen Öffentlichkeit, auf der anderen Seite titelte Spiegel Online heute morgen in einem Kommentar zur Situation in Deutschland ‚Angst essen Vernunft auf‘.

Ob die Bedenken berechtigt sind oder in den Medien Panikmache betrieben wird, ist schwer zu beurteilen, denn die Nachrichtenlage ist unübersichtlich und komplex: offensichtlich durch fehlerhafte Sicherheitsmaßnahmen erkrankte Pflegekräfte in den USA und Spanien, Verdachtsfälle in Dänemark und Frankreich, verschärfte Kontrollen auf Flughäfen in mehreren europäischen Ländern. Seit 40 Wochen breitet sich das Virus in Westafrika nun schon aus. 8.400 Infizierte und über 4.000 Todesfälle gab es bisher. Seit der Entdeckung des Virus im Jahr 1976 ist es die größte Epidemie.

Situation in Deutschland

Nach Deutschland wurden bislang drei an Ebola erkrankte Patienten aus Afrika zur Behandlung eingeflogen, von denen einer verstarb, einer nach mehrwöchiger Behandlung als geheilt entlassen werden konnte und einer nach wie vor behandelt wird. Die deutschen Behörden sehen das Gesundheitssystem dabei hierzulande mit Behandlungszentren, Notfallplänen und Sonderisolierstationen gründlich vorbereitet und halten das Ansteckungsrisiko für gering.

Das beste Mittel gegen Angst vor Ansteckung ist Information und Aufklärung, zum Beispiel zu möglichen Übertragungswegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hält ausführliche und tagesaktuelle Informationen zur aktuellen Lage, zur Prävention, zum Umgang mit Verdachtsfällen und mehr bereit. Auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat Informationen zum Arbeitsschutz bei Auftreten von Ebola zusammengestellt.

Wichtigster Bestandteil im Kampf gegen das Virus ist das Eindämmen der Ausbreitung vor Ort in Afrika. Die Hilfsorganisationen sind dazu vielfach auf Spenden angewiesen. Spenden können Sie z.B. bei der Aktion Deutschland hilft oder den Ärzten ohne Grenzen.

Infektionsschutz mit kühlem Kopf – auch im Betrieb

Schweine- und Vogelgrippe, EHEC, Norovirus – die Liste hochansteckender Erreger ließe sich noch deutlich erweitern. Um ausreichend auf mögliche Epidemien, ganz gleich durch welchen Erreger, vorbereitet zu sein, sollten sich auch Unternehmen mit kühlem Kopf mit dem betrieblichen Infektionsschutz befassen – sinnvollerweise in regelmäßigen Abständen im Rahmen der betrieblichen Prävention und bevor die Hälfte der Belegschaft krank ausfällt. Tipps und Informationen dazu finden Sie hier:

PSA zum Schutz gegen Infektionskrankheiten

In biologischen Gefahrensituationen wird ausschließlich in Schutzausrüstung der Kategorie III gem. der Richtlinie 89/686/EWG gearbeitet.  Ein Infektionsschutz durch die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) entsteht nur, wenn diese korrekt angelegt, getragen, ausgezogen und dekontaminiert bzw. entsorgt wird.

  • Atemschutz
    Filtrierende Einweg-Halbmasken werden zum Schutz gegen Partikel und Aerosole empfohlen. Gegen Infektionskrankheiten sollte mindestens eine FFP2- Maske oder eine Einwegmaske mit höherem Schutz (FFP3) verwendet werden. Wenn die Maske leicht zusammenfällt und keine ausströmende Luft zwischen Maske und Gesicht festzustellen ist, deutet dies auf einen guten und dichten Sitz hin. Einwegmasken werden ausschließlich für den einmaligen Gebrauch empfohlen und müssen anschließend ordnungsgemäß entsorgt werden.
  • Augenschutz
    Zum Schutz gegen Infektionskrankheiten (auch Ebola) sollte eine unbelüftete Vollsichtschutzbrille verwendet werden, möglichst mit beschlaghemmender Beschichtung. Insbesondere im Bereich um die Augenwinkel bis hin zu den Augenbrauen muss diese eng am Gesicht sitzen. Bitte beachten Sie, dass eine Vollsichtbrille keinen Schutz für den Rest des Gesichts gegen Spritzer und Tröpfchen bietet!
  • Schutzhandschuhe
    Einweghandschuhe eignen sich für den kurzfristigen Einsatz mit leichter Belastung. Für längere Verwendung und schwere Belastungen werden Handschuhe mit höherer Schichtstärke empfohlen. Das Nitril-Material verhindert das Eindringen infektiöser Stoffe. Alle Schutzhandschuhe müssen der der Kategorie III gem. der Richtlinie 89/686/EWG entsprechen und vor Verwendung einer sorgfältigen Sichtprüfung unterzogen werden, um ggf. Löcher oder Kratzer festzustellen. Sie müssen außerdem frei von Chemikalien und Verunreinigungen sein.
  • Einweg-Schutzkleidung
    Zum Schutz gegen Infektionskrankheiten (auch Ebola) müssen flüssigkeitsdichte Einweganzüge verwendet werden. Dies entspricht einem Typ 3 oder Typ 3B Overall. Sie verhindern das Eindringen kontaminierter Flüssigkeiten. Die Overalls müssen vor Verwendung einer sorgfältigen Sichtprüfung unterzogen werden, um ggf. Löcher oder Kratzer festzustellen. Sie müssen frei von Chemikalien und Verunreinigungen sein. Die Übergänge an Händen und Füßen sollten flüssigkeitsdicht abgeklebt werden, siehe dazu unten aufgeführtes Zubehör.
  • Sicherheitsschuhe
    Flüssigkeitsdichtes Schuhwerk verhindert das Eindringen von Infektionserregern.
  • Desinfektion
    Das Ebola-Virus ist ein so genanntes behülltes Virus, welches mit einem Desinfektionsmittel mit mindestens ‚begrenzt viruzidem‘ Wirkungsspektrum inaktiviert werden kann.

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