Wie Lärm krank macht

Lärm stört. Er nervt, beeinträchtigt unsere Konzentration und nicht nur das: wer dauerhaft störendem Lärm ausgesetzt ist, gefährdet nicht nur sein Hörvermögen im Besonderen sondern obendrein seine Gesundheit im Allgemeinen. Die Lärmschwerhörigkeit ist übrigens die häufigste anerkannte Berufskrankheit in Deutschland.

Aber was ist Lärm eigentlich? Kurz gesagt, handelt es sich um als störend empfundenen Schall. Einerseits gibt es messbare physikalische Faktoren wie den in Dezibel gemessenen Schalldruck oder die Tonhöhe und –frequenz. Neben diesen objektiven Größen spielt eine Vielzahl von subjektiven Faktoren eine Rolle wie:

  • Wer verursacht das Geräusch? Mein rasenmähender Nachbar geht mir persönlich eher auf den Geist als mein eigener, eigentlich viel lauterer Rasenmäher.
  • Bei welcher Tätigkeit nehme ich den störenden Lärm war? Wenn ich selbst ein angeregtes Telefongespräch führe, stört mich mein ebenfalls telefonierender Kollege kaum. Muss ich dagegen einen Text verfassen und konzentriert arbeiten, kann mein Kollege gar nicht leise genug sein. Als besonders störend werden Unterbrechungen des Schlafes wahrgenommen.
  • Viele Dinge sind auch Geschmackssache: die einen lieben eine bestimmte Musikrichtung, andere können diese nicht einmal in geringer Lautstärke ertragen. Auch krähende Hähne oder spielende Kinder in der Nachbarschaft sind nicht jedermanns Sache. Auch am Arbeitsplatz mag nicht jeder den Kopierer in der Nähe, eine angeregte Besprechung am Nachbartisch oder nervöses Klicken mit dem Kugelschreiber.
  • Auch die Dauer des Geräusches oder seine Zusammensetzung (gleichbleibendes Summen oder unregelmäßiges Hämmern) spielen eine Rolle. Möglicherweise werden zusätzlich störende und unerwünschte Informationen transportiert wie z.B. durch einen lauten Fernseher, Durchsagen oder das Gespräch des Sitznachbarn im Zug. Diese lassen sich oft besonders schwer ausblenden und lenken den unfreiwilligen Hörer ab.

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Die Wahrnehmung des Schalls erfolgt durch 15.000 Hörzellen in unseren Ohren. Sie wandeln die Schallwellen in Signale um, die unser Gehirn verarbeitet und bewertet. Unerwünschter, dauerhafter  Lärm sorgt für die Ausschüttung von Stresshormonen in unserem Körper, er erhöht Blutdruck und beschleunigt den Herzschlag. Die Folge ist ein erhöhtes Herzinfarktrisiko. Hinzu kommt die direkte Gefahr für unser Hörvermögen durch lauten und dauerhaften Lärm mit einem Schalldruckpegel von mehr als 85 dB(A). Das entspricht ungefähr dem unmittelbaren Aufenthalt an einer stark befahrenen Verkehrsstraße. Derart lauter Lärm führt zunächst zu Hörstörungen, die zunächst noch reversibel sind und wieder verschwinden. Eine permanente Lärmbelastung über Wochen, Monate und Jahre führt schlussendlich aber zu einer unumkehrbaren Lärmschwerhörigkeit.

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

Maßnahmen im Arbeitsschutz für den richtigen Gehörschutz – von der Gefährdungsbeurteilung bis zur Unterweisung »

Wie Sie den richtigen Gehörschutz auswählen »

Lärm und Aktustik – Themenbereich der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) »

17 . Tag gegen Lärm  (International Noise Awareness Day) am 30.04.2014 – eine Aktion der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA) »

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