Anwendung Technischer Regeln für Arbeitsstätten

Da sind sie wieder: ASR A1.3 oder BGV A8 – zwei Regelwerke für einen Regelungsbereich… Die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung wird von drei Institutionen (BAuA, BG und DIN) geregelt. Für wen gelten nun welche Vorschriften?

Praxisbeispiel: Anwendung der ASR A1.3

Die ASR A1.3 konkretisiert die Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung hinsichtlich der Anwendung von Sicherheitskennzeichen, wie Rettungsweg-, Brandschutzzeichen usw. Sie beschreibt beispielhafte Lösungen für deren Umsetzung. Diese betriebliche Sicherheitskennzeichnung ist dann zu realisieren, wenn Risiken für Sicherheit und Gesundheit nicht anders zu vermeiden sind.

  • Technische Regeln für Arbeitsstätten (ASR) sind keine zwingende Vorschrift sondern eine Hilfestellung.
  • Wenn Sie die ASR A1.3 in Ihrem Unternehmen anwenden, dann gilt die sogenannte Vermutungswirkung. Die Kontrollbehörden gehen davon aus, dass Sie alle Anforderungen gemäß der Verordnung erfüllt haben.
  • Sollten Sie sich für eine andere Maßnahme entscheiden, dann müssen Sie auf der Grundlage der Gefährdungsanalyse gleichwertige Gesundheits- und Arbeitsschutzmaßnahmen umsetzen und diese dokumentieren.

Darüber hinaus beinhaltet die ASR A1.3 “Regelungen für die Kennzeichnung von Behältern und Rohrleitungen mit Gefahrstoffen”. Diese sind gemäß der Gefahrstoffverordnung in Verbindung mit der Richtlinie 67/548/EWG zu kennzeichnen. Detaillierte Informationen finden Sie in der DIN 2403, die Sie kostenpflichtig beim Beuth Verlag bestellen können.

In der ASR A1.3 sind die wesentlichen Inhalte der BGV A8 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz“ enthalten.

BGV A8 ist für bestimmte Branchen noch immer gültig

Die Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (BGV) sind die von den deutschen Berufsgenossenschaften erlassenen Unfallverhütungsvorschriften. Die BG-Vorschriften stellen so genanntes autonomes Recht der Berufsgenossenschaften dar und sind für die Mitglieder der Berufsgenossenschaften verbindlich. Die BGV ist trotz des sogenannten autonomen Rechts kein Gesetz der Regierung in Sinne der EU.

Für den Anwendungsbereich der Richtlinie 92/58/EWG, der nicht durch die Arbeitsstättenverordnung abgedeckt wird (Transportmittel im öffentlichen Verkehr) erfolgt die nationale Umsetzung weiterhin durch die Unfallverhütungsvorschrift BGV A8.

Die BGV A8 gilt weiterhin für:

  • Reisegewerbe und Marktverkehr,
  • Transportmitteln, sofern diese im öffentlichen Verkehr eingesetzt werden,
  • Felder, Wälder und sonstige Flächen, die zu einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb gehören, aber außerhalb seiner bebauten Fläche liegen.

Weiterführende Informationen:

Sollten Sie Rettungsweg-, Brandschutz-, Warn-, Gebots- oder Verbotsschilder benötigen, dann müssen Sie die sogenannten Erkennungsweiten gemäß DIN 4844-1 berücksichtigen. Hier gilt es, dass Sie im Zweifelsfall im Sinne der Sicherheit das größere Schild anbringen sollten. Ebenso wichtig ist die Wahl der richtigen Schilderform, so dass das Schild optimal wahrgenommen werden kann.

Alle Jahre wieder werden Vorschriften an den aktuellen Stand der Technik angepasst. Sobald die ASR A1.3 oder die BGV A8 überarbeitet werden, informiere ich Sie.

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1 Response to "Anwendung Technischer Regeln für Arbeitsstätten"

  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Mehr Komfort und Sicherheit im Büro says:
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