Betriebssicherheitsverordnung – Anforderungen an Betriebsmittel

Welche Gefahren können von einem Bleistiftanspitzer ausgehen? Vom Tacker? Gut, da kann ich mir schon eher vorstellen, dass ich mich verletzen könnte… Computer? Ja, da gibt es auch Kabel, über die ich stolpern könnte.

Gefahrenquellen, die es an Büroarbeitsplätzen gibt, sind sicherlich überschaubar. Anders ist es, wenn ich an handwerkliche Tätigkeiten, Fertigungstechniken, Logistikbereiche etc. denke.

Die Betriebssicherheitsverordnung regelt die Bereitstellung und sichere Benutzung von Arbeitsmitteln.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie Arbeitsmittel bereitstellen?

In dem Handbuch „Die neue Betriebssicherheitsverordnung“ des Forum Verlages werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  1. Führen Sie die Gefährdungsbeurteilung gemäß § 5 Arbeitsschutzverordnung und § 3 Betriebssicherheitsverordnung durch.
  2. Beziehen Sie bei Ihrer Gefährdungsbeurteilung auch die Wechselwirkung mit anderen Arbeitsmitteln, mit Arbeitsstoffen und der Arbeitsumgebung ein. Aus der Summe aller Faktoren einschließlich ergonomischer Aspekte müssen Sie Arbeitsschutzmaßnahmen ableiten.
  3. Beachten Sie die Beschaffenheitsverordnung von Arbeitsmitteln: Es dürfen nur Arbeitsmittel benutzt werden, die den Beschaffenheitsverordnungen entsprechen. Falls diese nicht angewandt wird, müssen Sie die Anforderungen an Betriebsmittel gemäß der Betriebssicherheitsverordnung § 7 berücksichtigen.
  4. Legen Sie die Prüfvorschriften fest: Umfang, Fristen und Qualifikation der befähigten Person müssen definiert werden.
  5. Unterweisen Sie Ihre Mitarbeiter, wie sie das Arbeitsmittel sicher bedienen müssen.

Gibt es vorgeschriebene Fristen für die Wiederholung der Gefährdungsbeurteilung?

Nein, gibt es nicht. Bewährt hat sich jedoch, dass ca. einmal im Jahr die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung auf Aktualität überprüft wird.

Ändern sich jedoch die Arbeitsbedingungen, dann müssen Sie Ihre Arbeitsschutzmaßnahmen anpassen. Da die Grundlage Ihrer Schutzmaßnahmen die Gefährdungsbeurteilung ist, müssen Sie diese dann noch einmal durchführen. Die Gefährdungsbeurteilung sollte bei folgenden Anlässen neu ausgeführt werden:

  • Arbeitsunfällen
  • das Auftreten von arbeitsbedingten Gesundheitsbeeinträchtigungen und Berufskrankheiten
  • die Beschaffung neuer Maschinen und Geräte
  • die Einführung neuer Gefahrstoffe
  • die Umgestaltung von Arbeits- und Verkehrsbereichen
  • Änderungen der Arbeitsorganisation und des Arbeitsablaufes

Wichtig: Beachten Sie, dass alle Betriebe – auch Kleinbetriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern – die Gefährdungsbeurteilung durchführen müssen. Aber: Kleinbetriebe brauchen diese nicht zu dokumentieren (ArbSchG).

Mein Tipp: Nutzen Sie die Informationen aus den entsprechenden Handbüchern über die Betriebssicherheitsverordnung, wie die des Forum Verlages. Darin sind unter anderem auch Schnittstellen zu anderen relevanten Verordnungen und Regelungen enthalten. Außerdem erhalten Sie wichtige praktische Hinweise und Erklärungen.

Weitere Artikel über die Betriebssicherheitsverordnung in diesem Blog:

Betriebssicherheitsverordnung – wichtige Grundlage für Ihren Arbeitsschutz

Betriebssicherheitsverordnung – Arbeitsschutz ist Chefsache

5 Tipps für die Prüfung von Arbeitsmitteln gemäß der Betriebssicherheitsverordnung

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