Mai 12
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Sichere Verkehrswege durch technische Maßnahmen
Endlich ist es Frühling! Damit beginnt die Zeit für Erneuerungen, Umbauten und Erweiterungen von Verkehrswegen.
Verkehrswege auf dem Betriebsgelände sicher zu gestalten, ist ein altbekanntes Thema – an Aktualität hat es jedoch nicht verloren: Denn treffen Fußgänger und Flurförderzeuge & Co. aufeinander, passieren nach wie vor schwere Unfälle.
Wir haben für Sie zusammengefasst, welche Möglichkeiten es gibt, Ihre Verkehrswege besser abzusichern. Nutzen Sie auch unsere Checkliste mit technischen Massnahmen und prüfen Sie den Zustand Ihrer Verkehrswege.
Fünf Tipps für sichere Verkehrswege
Auch bei der Gestaltung von betrieblichen Verkehrswegen gibt es eine Vielzahl von Normen, die Sie
berücksichtigen müssen. Vorgaben zur Beschaffenheit und Kennzeichnung von Verkehrswegen finden Sie in der ASR 17/1,2*. Darin erhalten Sie Informationen über die Wegführung, die Mindestmaße von Fahrwegen und Gehwegen, Beschaffenheit und Maße von Treppen. Darüber hinaus definiert die ASR 17/1,2 allgemeine Anforderungen an Belag und Kennzeichnung von Verkehrswegen.
Sollten Sie aktuell neue Verkehrswege ausarbeiten, dann gilt es nicht nur, die Verkehrswege für Güter und Arbeitsmittel optimal zu planen, sondern auch Fußgängerverkehr zur Produktion, Überwachung und Instandhaltung zu berücksichtigen. Flucht- und Rettungswege müssen selbstverständlich vorhanden sein. Achten Sie auch darauf, dass Sie Verkehrswege möglichst kurz, in ausreichender Anzahl oder in entsprechender Breite anlegen.
Nutzen Sie diese Tipps, um Ihre Verkehrswege sicherer zu gestalten:
1. Sicherer Belag des Verkehrsweges: Der Fußbodenbelag soll eben, trittsicher und rutschhemmend sein. Er darf keine Löcher, Rillen oder Stolperstellen haben. Prüfen Sie regelmäßig den Zustand des Belages. Gerade nach der Winterzeit kommt es an der einen oder anderen Stelle zu Witterungsschäden. Die Rutschsicherheit wird in der DIN 51130 geregelt. Die Rutschhemmung wird auf einer schiefen Ebene mit einem standardisierten Schuh und Gleitmittel gemessen. So werden die Rutschhemmungsklassen R9 (geringste Rutschhemmung) bis R13 (höchste Rutschhemmung) bestimmt.
Produkttipp: Für die Bodenreparatur gibt es eine Vielzahl von Produkten, die sich für unterschiedliche Einsatzorte und Beschaffenheit, z. B. mit/ohne Rutschhemmung, trockene/feuchte Oberflächen eignen.
2. Kennzeichnung von Verkehrswegen: Die Begrenzung von Verkehrswegen ist farbig, deutlich erkennbar und
durchgehend auf dem Boden auszuführen. Dies soll durch mindestens 5 cm breite Streifen erfolgen. Dabei muss eine gut sichtbare Farbe, in Abhängigkeit von der Bodenflächenfarbe, ausgewählt werden (vgl. ASR A 1.3). Markierungen mit lang nachleuchtenden Produkten haben den Vorteil, dass diese auch beim Ausfall der Beleuchtung für einen längeren Zeitraum sichtbar bleiben.
Produkttipp:
- Aufgrund der vielen Unfälle mit Flurförderzeugen empfiehlt es sich, besonders deren Verkehrswege deutlich von Gehwegen abzugrenzen. Dazu gibt es spezielle Bodenmarkierungsbänder, die selbst Drehungen, Wendungen und Paletten schieben standhalten können.
- Für die Markierung von Gehwegen oder Fahrwegen gibt es verschiedene Produkte, die z. B. sehr abriebfest, wetterfest sind. Nutzen Sie diese Übersicht, um sich über die verschiedenen Bodenmarkierungsfarben zu informieren. Damit die Linie auch gerade wird, bieten viele Hersteller sogenannte Markierungsgeräte mit passenden Farben an. Hiermit können Sie recht komfortabel Ihre Wege kennzeichnen.
3. Verkehrswege gut beleuchten: Planen Sie gleich eine ausreichende Beleuchtung ein. Vorgaben dazu finden Sie in der ASR A3.4.
4. Gefahrenstellen auf Verkehrswegen absichern und kennzeichnen: Befinden sich auf Ihren Verkehrswegen
Gefahrenstellen, die Sie aus technischen oder baulichen Gründen nicht beseitigen können, dann müssen Sie diese nach der Arbeitsstättenrichtlinie ASR 17/1,2 kennzeichnen (dieses erfolgt wiederum gemäß der DIN 4844). Gemäß Arbeitsstättenrichtlinie ASR 8/1 müssen Fußböden mit Stolper- und Rutschgefahr durch eine gelb-schwarze Markierung gekennzeichnet werden. Das gilt auch für Gefahrenstellen wie Ecken und Kanten, die in den Verkehrsweg hineinragen.
Sichern Sie auch erhöhte Verkehrswege ab. Statten Sie die Gehwege, die höher als die Fahrwege sind, mit Geländer, Fuß- oder Knieleisten aus.
Produkttipp: In der Praxis haben sich Warnmarkierungen entweder als selbstklebendes Band oder für schwierige Untergründe aus Aluminium bewährt. Gerade die reflektierenden Warnmarkierungen weisen deutlich auf Gefahrenstellen hin. Darüber hinaus eignen sich spezielle Anfahr- und Rammschutz-Produkte, die Ihre Mitarbeiter und Ihr Inventar vor Unfällen mit Flurförderzeugen sichern.
5. Gute Sicht mit Verkehrsspiegeln: Mit Verkehrsspiegeln an unübersichtlichen, schwer einsehbaren oder
gefährlichen Bereichen vermeiden Sie Zusammenstöße und verhindern Unfälle.
Produkttipp: Spiegel aus Acrylglas oder Polycarbonat eignen sich für den Innen- und Außeneinsatz. Sie haben ein geringes Gewicht und splittern nicht bei Beschädigung. Speziell für den Außenbereich sind Heizungen für Verkehrsspiegel entwickelt worden. Sie verhindern, dass die Spiegel bei Temperaturen bis –20 °C vereisen oder durch Nebel beschlagen.
cv
Weitere Informationen in diesem Blog:
- Mehr Sicherheit auf Verkehrswegen mit passender PSA und Ordnung am Arbeitsplatz
- Neues Bodenmarkierungsband: Wenden von Gabelstapler kein Problem
| *Rechtlicher Hinweis: Enthält die ArbStättV 2004 keine bindende Vorschrift mehr, muss die entsprechende Arbeitsstättenrichtlinie nicht berücksichtigt, kann aber als Planungshilfe herangezogen werden (z. B. ASR 7/1 „Sichtverbindung nach außen“). Ebenso können die Maßzahlen der bisherigen Verordnung neben anderen Normen oder Regeln als Orientierungswerte dienen. (Zitat aus LV 40, Stand 2009, A3 S. 8 ) |
