TRGS 510 – Lagerung von Gefahrstoffen

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Napo im  Reich der Gefahren

Im Oktober 2011 wurde die neue TRGS 510 „Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern“ veröffentlicht, damit wurden die TRGS 514 „Lagern giftiger und sehr giftiger Stoffe“ sowie die TRGS 515 „Lagern brandfördernder Stoffe“ aufgehoben und das VCI-Konzept zur Zusammenlagerung in die neue TRGS 510 integriert.

Die TRGS 510 regelt neben dem Lagern bestimmte Tätigkeiten mit Gefahrstoffen. Darüber hinaus enthält sie Brandschutzmaßnahmen und Vorgaben über das Zusammenlagern von Gefahrstoffen.

Auch der Bereich Gefahrstofflagerung ist von den Änderungen durch die GHS/CLP-Verordnung betroffen: Seit Dezember 2010 müssen Stoffe nach der neuen CLP-Verordnung eingestuft und gekennzeichnet werden. Für Betreiber von solchen Lagern bedeutet dies, dass sie die neuen Sicherheitsdatenblätter richtig interpretieren und teilweise die Informationen doppelt (alte und neue Daten) verwalten müssen. Wie bisher werden Gefahrstoffe in Lagerklassen und ggf. in Wassergefährdungsklassen zugeordnet. Hier bietet die TRGS 510 eine Tabelle an, aus der das Zusammenlagern von Gefahrstoffen auf der Grundlage ihrer Lagerklasse hervorgeht (TRGS 510, Abs. 7, Tabelle 2).

Hinweis: Nutzen Sie unser Glossar, in dem wir wichtige Begriffe zur Gefahrstofflagerung zusammengestellt haben.

Gefährdungsbeurteilung: Grundlage zur sicheren Lagerung

Anhand der Gefährdungsbeurteilung müssen Sie ermitteln, ob sich Gefährdungen für Ihre Beschäftigten, für andere Personen oder für die Umwelt durch die Gefahrstofflagerung ergeben (Abs. 3, Nr. 1). Die TRGS 400 konkretisiert die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung für Gefahrstoffe. In der TRGS 510 finden Sie zusätzliche Hinweise für die Gefährdungsbeurteilung: Sie müssen die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Gefahrstoffe sowie die räumlichen Gegebenheiten betrachten. Achten Sie darauf, dass Sie die Gefährdungsbeurteilung dokumentieren!

Tipp: Durch die Gefährdungsbeurteilung können Sie prüfen, ob Sie bei einem bestehenden Lager die Anforderungen der TRGS 510 erfüllt haben. Sollten Sie ein neues Lager planen, dann empfiehlt es sich, die Vorgaben der TRGS 510 gleich mit zu berücksichtigen.

Anwendungsbereiche der TRGS 510

Die TRGS 510 regelt den Umgang und die Lagerung von akut toxischen Flüssigkeiten und Feststoffen, oxidierenden Flüssigkeiten und Feststoffen, Gasen, Aerosolen oder entzündbaren Flüssigkeiten. Ausgenommen sind solche Gefahrstoffe, für die es eigene Technische Regeln gibt, z. B. Ammoniumnitrat (TRGS 511).

Als ortsbewegliche Behälter werden Verpackungen, Großpackmittel, Großverpackungen, Tankcontainer/ortsbewegliche Tanks und Druckgasbehälter definiert. Die TRGS 510 regelt nicht nur das Lagern als solches, sondern auch folgende Tätigkeiten (TRGS 510, Abs. 1):

  • Ein- und Auslagern,
  • Transportieren innerhalb des Lagers und
  • Beseitigen freigesetzter Gefahrstoffe

Die TRGS 510 gilt nicht

  • für Stoffe, die sich im Produktions- oder Arbeitsgang befinden,
  • für Tätigkeiten, wie z. B. Umfüllen und Entnehmen, Reinigen von Behältern, Probennahme, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten,
  • für Schüttgüter,
  • für die Lagerung von radioaktiven Stoffen, die dem Atomgesetz bzw. der Strahlenschutzverordnung unterliegen oder
  • für die Lagerung von ansteckungsgefährlichen Stoffen.

TRGS 510 gibt wichtige Maßnahmen vor!

Kapitel 4 und Kapitel 5 (spezielle Gefahrstoffe) der TRGS 510 beinhalten wichtige Anwendungshinweise, die Sie in Ihrem Betrieb beachten sollten (vgl. TRGS 510, Kapitel 4):

  1. Grundsätze für die Lagerung von Gefahrstoffen
  2. Lagerorte und Lagerräume
  3. Lagerbehälter
  4. Kennzeichnung des Lagergutes
  5. Lagerorganisation
  6. Sicherung des Lagergutes
  7. Qualifizierung der Beschäftigten
  8. Maßnahmen zur Alarmierung
  9. Persönliche Schutzausrüstung
  10. Hygienische Maßnahmen
  11. Erste-Hilfe-Maßnahmen
  12. Prüfungen
  13. Lagerung von Kleinmengen

Weitere Informationen rund um Gefahrstoffe:

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2 Responses to "TRGS 510 – Lagerung von Gefahrstoffen"

  • Wilfried Schlegel-Messner says:
  • Alexander Kipp says:
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