Unterweisung „Verhalten bei Unfällen“

Mitarbeiter müssen einmal jährlich unterwiesen werden, auch zu dem Thema „Verhalten bei Unfällen“. Wie bei einem Unfall, der außerhalb der Arbeitszeit passiert, gilt auch hier, dass jeder Mensch verpflichtet ist, in einer Notsituation zu helfen. Unterlassene Hilfeleistung wird strafrechtlich verfolgt (§ 323c Strafgesetzbuch).

Ich habe Ihnen die wichtigsten Inhalte, die Sie in Ihrer Unterweisung präsentieren müssen, zusammengestellt:

Wichtige Verhaltensregeln bei einem Unfall

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Immer wieder passiert es, dass nach einem Unfall die Umstehenden keine Erste Hilfe leisten. Viele Menschen fühlen sich nicht kompetent genug: Sie haben Angst, etwas falsch zu machen oder können einfach kein Blut sehen. Dabei kann jeder – im Rahmen seiner Möglichkeit – helfen. Gar keine Hilfe zu leisten, ist das Schlimmste, was Unfallopfern passieren kann.
In Ihrer Unterweisung informieren Sie Ihre Mitarbeiter, welche Schritte sie bei einem Unfall unternehmen müssen, um schnelle Hilfe leisten zu können. Erinnern Sie Ihre Mitarbeiter daran, dass sie diese Verhaltensregeln auch im privaten Bereich anwenden müssen!

Die eigene Sicherheit hat Vorrang

Der Ersthelfer muss unbedingt auf seine eigene Sicherheit achten. Es bringt nichts, wenn man sich in eine gefährliche Situation begibt und dabei selbst zu Schaden kommt. Vor allem bei einem Verkehrsunfall gilt diese Regel: Wie oft passiert es, dass Ersthelfer selbst verunglücken, weil sie unüberlegt auf die Straße laufen. Hier gilt: „In der Ruhe liegt die Kraft!“ Keine vorschnellen Handlungen begehen, sondern überlegt und im Rahmen der eigenen Fähigkeiten handeln. Ist die Gefahr für das eigene Leben zu groß, dann reicht es aus, den Notfall zu melden.

5 W-Fragen: Notfallsituation erkennen und beurteilen

Bevor der Notfall gemeldet wird, ist es wichtig, sich die Situation genau anzusehen. Nur dann können die wichtigen fünf W-Fragen richtig beantwortet werden:

  1. Wo ist der Unfallort?
  2. Was ist passiert (z. B. Elektrounfall, eingeklemmte Verletzte)?
  3. Wie viele Verletzte gibt es?
  4. Welche Art von Verletzungen oder Erkrankungen liegen vor (z. B: Atemstillstand, starke Blutung, Verbrennung, Vergiftung)?
  5. Wer meldet den Unfall? Angabe des eigenen Namens und der eigenen Rufnummer

Wichtige Hinweise für Ihre Mitarbeiter-Unterweisung:

  • Erst auflegen, wenn die Rettungsstelle oder die Betriebsstelle das Gespräch beendet hat.
  • Der Notfallpatient muss bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes betreut und getröstet werden.

Vergessen Sie nicht, die Notfallnummer (112 Feuerwehr) zu nennen. Informieren Sie in Ihrer Unterweisung, wer in Ihrem Betrieb Ersthelfer ist und hängen Sie die Telefonnummern am besten mit Fotos an zentralen Stellen in Ihrem Betrieb aus!

Sofortmaßnahmen ergreifen!

Neben der Meldung des Notrufes und ggf. Absicherung des Unfallortes gibt es eine Reihe von Erste-Hilfe-Maßnahmen, die bei dem Verletzten/Erkrankten durchgeführt werden sollten. Obwohl jeder, der einen Führerschein hat, Erste-Hilfe-Maßnahmen kennen sollte, sieht es in der Praxis anders aus. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie in Ihrer Unterweisung auf die Erst Helfer in Ihrem Betrieb hinweisen. Denn ist jemand nicht in der Lage, solche Sofortmaßnahmen auszuführen, muss der nächste Erst Helfer schnellstmöglich informiert werden.

Auch „harmlose” Schnittverletzungen müssen dokumentiert werden. Dieses Video informiert, was Sie bei kleineren Unfällen berücksichtigen müssen.

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Informationen und Vorschriften für „Verhalten bei Unfällen“ und „Erste Hilfe“:

 

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